Justiz

Bislang gibt es in Deutschland wenige Fälle von Menschenhandel, bei denen es zu einer konsequenten Verurteilung der Täter gekommen ist. Leider werden Strafprozesse überhaupt selten geführt. Dadurch, dass es insgesamt zu wenigen Verurteilungen kommt und die Täter häufig mit Bewährung davon kommen, fehlt der Anreiz für die Betroffenen, aktiv mitzumachen. Gründe sind zum Beispiel, dass auf Seiten der Strafverfolgungsbehörden die Entdeckungs- und Aufklärungswahrscheinlichkeit eher gering ist. Dies hat einerseits mit dem Sachverhalt organisierte Kriminalität zu tun und andererseits mit fehlenden Ermittlungsmöglichkeiten. Doch selbst wenn es zur Anklage kommt, besteht eine zentrale Ursache für eine Nicht-Verurteilung des Täters darin, dass Mängel bei der Beweisaufnahme bzw. der Aussage der Betroffenen existieren. Es benötigt aber die Aussage des Opfers für dieses Deliktsfeld

Auf Seiten der Betroffenen gibt es wenig Anreize für die Mitwirkung (z.B. wegen schlechter Aufenthaltssituation, Ausreise nach Prozeß, fehlender Entschädigung etc.). Zudem leiden diese in der Regel unter einer massiven posttraumatischen Belastungsstörung, die eine klare Rekonstruktion des Sachverhalts erschwert. Oder aber sie werden massiv durch die Täter bedroht oder haben schlechte Erfahrung mit der Polizei/Justiz gesammelt, so dass sie nicht bereit sind auszusagen. Ein weiterer Grund für niedrige Fallzahlen/Strafprozesse ist auch in der teilweise lückenhaften Information und Sensibilisierung sowie fehlenden Vernetzung von Justiz und Medizin zu sehen. Die broken hearts stiftung möchte daher Anwälte, Vertreter der Justiz, Gutachter, Ärzte und Psychologen für dieses komplexe Thema sensibilisieren und zu einem gegenseitigen Austausch anregen.